ABENTEUERBERICHT MIT FOLGEN. UNSER FERIENHAUS IN LIGURIEN.
SCHWERE WETTER IM NOVEMBER.
FOLGE 51

Hochwasser in Dolceacqua

Hochwasser in Dolceacqua

Hochwasser in Dolceacqua in Ligurien

Hochwasser in Dolceacqua in Ligurien

Längst waren wir wieder zuhause und versuchten das Beste aus dem trüben Herbstwetter zu machen. Seit keine kleinen Kinder mehr im Haus waren, wurden wir oft schwermütig in der dunklen Jahreszeit.
Die Aussicht auf ein Ferienhaus an der italienischen Riviera, wo das Licht wundervolle Farben zauberte, und die Sonne häufiger schien, machte uns die Novembernebel, die fallenden Blätter und die Dunkelheit erträglicher.
Rilkes Herbstgedicht: „Wer jetzt kein Haus hat baut sich keines mehr, wer jetzt allein ist wird es lange bleiben…“ war immer mein Lieblingsgedicht, machte mich aber melancholisch. Jetzt schien es mir geradezu passend, denn unser Ferienhaus würde noch im Herbst gebaut werden.
Wenn es fertig ist, würden wir die dort die trüben Herbst und Wintertage verbringen.

Carlo, unser Bauunternehmer, der noch nicht in der digitalen Welt angekommen war, besass nur Faxgerät. Immer, wenn es etwas Wichtiges gab, telefonierte er nicht sondern schickte uns ein Fax. Er war der Einzige unter unseren Bekannten, der mit uns auf diese Weise kommunizierte. Bastians Freude war deshalb gross, als er eines Morgens das Klingelzeichen hörte: „ jetzt steht sicher der Termin des Baubeginns fest,“ aufgeregt holte er Carlos Nachricht.
Seine fröhliche Miene wurde bleich. Mit tonloser Stimme las er:

„Baubeginn wegen Unwettern und Starkregen verschoben, wir versinken im Schlamm, Überflutungen und Murenabgänge wegen des nicht enden wollenden Regens.“ Gruss Carlo.

Die Nervia wird zum reissenden Strom

Die Nervia wird zum reissenden Strom

Was für eine Enttäuschung!

Als wir später mit Carlo telefonierten, erfuhren wir, dass die Lage in Dolceacqua und Umland dramatisch war. Es hatte mehrere Tage so heftig geregnet, dass viele Strassen wegen Schlammlawinen und Überflutungen gesperrt waren. Man konnte viele Bergdörfer nur auf Umwegen erreichen. Lastwagen durften überhaupt nicht mehr fahren. Dolceacqua und die anliegenden Orte waren besonders betroffen, da sie von der Nervia überflutet worden waren. Der sonst so ruhige Fluss war ein reissender Strom geworden. An der Mittelmeerküste herrschte Sturmflut. Katastrophenalarmstufe Rot wurde ausgerufen. Schulen waren noch immer geschlossen. Mit den Aufräumarbeiten konnte nicht begonnen werden, es regnete seit Tagen ungewöhnlich stark.
Vor Februar nächsten Jahres werden sie nicht mit dem Bau unseres Ferienhauses beginnen können.

„ Und wir dachten an der italienischen Riviera scheint immer die Sonne,“ sagte Bastian traurig,
„da haben wir es ja richtig gemütlich hinter dem warmen Ofen…“

Fortsetzung folgt…

Sturmflut an der italienischen Riviera

Sturmflut an der italienischen Riviera

Ueberflutung-in-dolceacqua

Überflutung in Dolceacqua

Am Anfang war die Sintflut

Am Anfang war die Sintflut